Bauer sucht Frau: Übrig geblieben sucht übrig geblieben? Könnte man fast denken. Man hat sich die Sendung ja mal angeschaut, so rein aus Interesse. Reality TV ist ja ziemlich angesagt im Moment, aber die Frage ist auch, wie viel davon wirklich Realität ist. Bei vielen Shows fragt man sich auch, ob da nicht ein ausgeklügeltes System dahinter steckt – mit Laiendarstellern besetzt. Es kann doch nicht wirklich jeder zweite Deutsche so heiß drauf sein, sich im Fernsehen zu zeigen? Das Privatleben der breiten Masse öffentlich zu machen? Einen Einblick in tiefste, dunkele Geheimnisse bieten, und zwar für jeden potenziellen Zuschauer im ganzen Land? Macht man nicht normalerweise die Küchentür zu, wenn der Abwasch noch nicht gemacht ist und Besuch kommt?
Bei „Bauer sucht Frau“ empfindet man teilweise schon als peinlich, was man da zu sehen bekommt. Bauer zu sein heißt ja nicht, schmuddelig zu sein, selbst ein Arzt könnte in seiner Freizeit schmuddelig sein. Ich erinnere mich an eine Folge, da hat der Bauer die Dame seines Herzens begrüßt und hat ihr ein vollkommen verdrecktes Badezimmer präsentiert. Da hätte es nicht heißen müssen „Bauer sucht Frau“ sondern „Dreckspatz sucht Putzfrau“. Und was tut besagte Dame? Offenbar verzweifelt genug ob ergebnisloser Partnersuche bewaffnet sie sich bis an die Zähne mit Putzutensilien und bringt das Badezimmer auf Hochglanz. Im Anschluss die Küche. Ach nein, Leute, kann man uns nicht Reality dieser Art ersparen? Das Leben ist doch hart genug, wo ist die wirkliche Unterhaltung geblieben, für die wir Fernsehgebühren zahlen müssen? Mit guten Drehbuchautoren hätte man vielleicht einen unterhaltsamen Film aus der Idee machen können.
